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ISME World Conference Montréal 2026

  • Autorenbild: Tobias Rotsch
    Tobias Rotsch
  • vor 9 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Wer hätte das gedacht? Montréal summt und brummt. Styles und Charaktere überall, Blumen, Fahrradwege, bunte Farben. Überall sind Fußgängerzonen, in denen sich die Menschen vor allem abends sammeln, und zwar an allen Wochentagen. Die Gentrifizierung fällt hier kaum auf, weil das alternative Angebot so groß ist. Die Läden sind voll, die Straßen auch, und das Problem ist eher, dass man an den Orten, wo richtig was los ist, sein Leihfahrrad wegen überfüllter Stationen nicht mehr abstellen kann, statt eines zu bekommen. Mitten in dieser wunderschönen Lebendigkeit gibt es für Downtown typische amerikanische Wolkenkratzer, Armut, Drogenproblematik, Baustellen. Daneben radeln und joggen die fitten Styler*innen bergauf und bergab. Die ganz Fitten auf den Mont Royal, durch seine Wälder und wieder runter.


Das riesige Convention Center mitten in Downtown beherbergt neben der fünftägigen Welt-Musikpädagogik-Konferenz, die ich besuche, parallel auch noch die HCI 2026. Hier geht es um Human-Computer Interaction und ich wage einen Sneak in die Poster Session. Wahnsinn was da für innovative XR- und AI-Applikationen in den Bereichen Medizin, Militär und auch Bildung entwickelt werden!


Die ISME World Conference zieht mich sofort in ihren Bann. Im Nonstop-Programm nutze ich jede freie Minute, um mir Vorträge anzuhören, Fragen zu stellen, in Workshops zu singen oder zu tanzen und Leute zu treffen. Die europäische und deutsche Bubble begegnet sich auch am Rande, aber wirklich beeindruckend sind die verschiedenen internationalen Perspektiven: wie viel beispielsweise schon über AI in Japan geforscht wurde, welche unterschiedlichen Ideen zu Musik und Kreativität auf der Welt bestehen, wie mit digitalen Technologien umgegangen wird, wie ähnlich globale Kernthemen sind und wie sich die Musikpädagogik transformiert, sozial gerechter, zugänglicher, subjektorientierter und diversitätssensibler wird. Das spürt man nicht nur in den Vorträgen, sondern auch in den vier sehr unterschiedlichen Keynotes. 

Eine davon hält die populäre kanadische Countrysängerin Tenille Townes. Anstelle einer klassischen Keynote bekommen wir von ihr einen bewegenden Praxisbericht zum Thema „Songwriting and the Art of Human Connection“. Geschichten aus ihrem Leben und wie sie daraus Songs gemacht hat beschreibt sie wie in einem Konzert mit sehr langen Moderationen. Die Message zwischen den Zeilen kommt bei vielen der Besucher*innen an: Wie gut ist es, wenn Musik einen solchen Wert für das eigene Leben entwickeln kann? Wenn junge Menschen ihre eigene Stimme finden und sich und andere mit Musik kennenlernen? Ein mutiges und inspirierendes Format.


Ansonsten war es natürlich toll, selbst ein aktiver Teil der Konferenz sein zu können und meine Arbeit unterschiedlichen Musikpädagog*innen aus aller Welt zu präsentieren. Neben einem Roundtable zu AI in Music Education: Opportunities, Challenges, and Emerging Practices, bei dem ich gemeinsam mit Leonardo Borne, Philipp Ahner, Alberto Acquilino und Jonathan Wyner zu Gast war, haben Mercé Bosch-Sanfélix, Philipp Ahner und ich in einem Vortrag unsere Projekte an der HfM Trossingen und deren Implikationen vorgestellt: „Higher Music Education Institutions in Post-Digital Transformation –  Reflections on Projects at University of Music Trossingen“. Ein weiteres Highlight für mich war es, zwei Posterbeiträge vorzustellen, „Music Lessons in Extended Reality (XR) - Three Examples for Learning Designs“ (mit dem LEVIKO-Team) und „PatchWorld as a Technological Sandbox for Networked Music Interaction in Educational Settings“ (mit Philipp Ahner und Leonard Bruns). Ich hoffe, dass der Austausch über die Entwicklung didaktischer Designs für den Musikunterricht und die geknüpften Kontakte noch zu einigen spannenden zukünftigen Kollaborationen führen.


Leider ist hier viel zu wenig Platz, um all die wertvollen Momente und Impulse, die kollektive Leidenschaft und das große Engagement der über 1000 Teilnehmenden weiter zu beschreiben. Auch kritische Punkte lasse ich an dieser Stelle aus. Hier einige Eindrücke, inklusive meinem zwar kurzen aber großartigen Rahmenprogramm:



 
 
 

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© 2024 Tobias Rotsch

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